TRW – Trail Römische Weinstraße – Leiwen (Mosel)

Ein kurzer Laufbericht zum Trail römische Weinstraße #TRW vom vergangenen Sonntag:

Ein ganz normaler Sonntag… – Zumindest für den ein oder anderen Runner.

Wir (+ Trailrunning Hunsrück) starteten gegen 7 Uhr in der Früh von Mainz aus und es geht über den neblig-verschlafenen Hunsrück an die Mosel. Kaffee, Radio, Plausch… nur etwas früh´ eben. Nach etwa 1,5 Stunden sehen wir den schönen Moselbogen bei Leiwen (ca. 1500 Einwohner). Fast wie im Bilderbuch: Nach Fahrt durch dunkle Täler öffnet sich endlich der Himmel in den Tälern links und rechts des Bogens, die Sonne kommt durch, warm und wärmer sollte es bleiben an diesem Vormittag. Wenn auch ohne weitere Sonne. Wir fragen nach der Turnhalle. Die junge Frau kann es nicht erklären, beim Bäcker. Auch nicht die Richtung, Wir folgen der Straße einfach. Ah Neonfarben, Laufschuhe. Wir sind da.

Aber nun schon zum Event: Letztes Jahr gab es noch 31, 70 oder 104km als Strecke. Nachmelden geht heute flott und es geht auf die längste, also heuer die 30km Strecke, das Höhenprofil verspricht 2 „Berge“ und eine weitere, noch unbekannte Höhe, dazu aber später mehr. Um 9 Uhr starten die „15er“ und eine Viertelstunde später geht es dann für uns andere los. Knapp über 200 Starter sollten am Ende über die lange Distanz im Ziel landen, davon etwa ein Viertel von der weiblichen Fraktion. Es geht also ganz kurz über Teer direkt in die Weinberge. Die Nächte vorher hatte es ja bereits gut runtergemacht und neben der Schwüle der Luft sollte auch bald der Matsch an den Beinen bzw. den Schuhen kleben, ziehen und hin und wieder zum Ausrutschen zwingen.

Auf verwuchterten Feld- und Forstwegen läuft man die Strecke also bergauf durch den Wald und über Felder, bald werden die letzten 15er eingeholt und es geht weiter bergauf. Die Sonne erscheint nur kurz, um dann wieder hinter dichten Wolken zu verschwinden. Warm ist es aber trotzdem, ich glaube ich habe selten so viel unterwegs getrunken, ohne das Gefühl im Bauch, dass es „gluckert“. Apropos, da naht auch schon der erste Verpflegungspunkt nach ca. 8 KM, welcher laut Track zweimal passiert werden sollte. Hier gab es unter anderem leckere, kühle Getränke und Obst.

Die Führenden des langen Laufs kamen mir dort allerdings wieder entgegen, nachdem sie scheinbar schon „blind“ den laufenden 15ern in Richung Ziel gefolgt waren. Es sollte für uns aber rechts Richtung Tal abgehen, wie auch eigentlich mehrere Schilder am VP anzeigten. Ich folgte ihnen, sie waren dann aber schon recht schnell wieder außer Sicht. Der führende sollte mit knapp 1/2 Stunde Vorsprung im Ziel landen. Dann wusste ich kurz nicht, ob ich das „1R.“ auf dem Boden als „erste (Abzweigung) rechts“ oder „1.Runde“ interpretieren sollte, auch hatte die Farbe der Bodenkreide mal zwischenzeitlich wohl wieder von gelb auf weiß gewechselt (oder war es von einer anderen Veranstaltung mit zufällig der gleichen Strecke?). – Hatte ich da im Briefing kurz vor dem Start etwas verpasst ?! Hm…

Nach einigen Metern bergab war auch endlich wieder das weiße Flatterband mit dem charakteristischen „TRW Gladiator-Römer-Helm“ sichtbar, dass ich mir persönlich an manchen Stellen gerne öfter gewünscht hätte. Ab und zu lief jemand ins „Leere“, dem man gerade noch ein „Hier!“ zurufen konnte, um ihn oder sie wieder auf die Strecke zu geleiten. Zugegeben, die roten Pfeile an dunklen Bäumen waren im auch etwas dunklen Wald nicht immer direkt zu sehn´… vom GPX-Track her sollte es klar gewesen sein, dass es mindestens 2 Kreuzpunkte auf der Tour gab. Zumindest lernte man so die Gegend und seinen Orientierungssinn besser kennen 😀.

Da ich z.B. gerne mit Musik laufe, bin ich vielleicht selber Schuld am Verlaufen. Aber mit der Erfahrung lernt man, dass man nicht immer blind seinem Vordermann folgen sollte. Fokus gehört stets auch auf die Strecke, oder eben manche Uhren nehmen einem das Tracken ab; das geht natürlich auch. Zwischendurch gab es auch immer wieder schöne Aussichtspunkte ins Moseltal, die man kurz genießen konnte.

Es sollte wieder bergab gehen in Richtung Ortschaft. Dann kam nach weiteren Bergaufkilometern ca. bei KM 13 mein persönliches erstes Highlight bei diesem Lauf, die Kletterei auf einem Abschnitt des Moselsteigs. Mit natürlichen Stufen gelangte man immer weiter sehr steil (!) nach oben, hier waren definitiv die Hände nötig und über das ein oder andere Seil freute man sich sicher auch. Oben angekommen (Name Berg insert here:______) gab es noch einmal einen Kontrollpunkt mit Getränken. Super! Sehr willkommen. Und erneut eine grandiose Aussicht ins Moseltal gab es noch obendrauf! Es ging also wieder runter, man kreuzte nach einem weiteren Abstieg am Seil nach unten mit der „Runde 1“.

Hier verirrten sich kurz einige von uns, die vorne im Läuferfeld waren, nachdem man sich irrtümlich wieder auf der bereits gelaufenen Strecke befand. Nach einem kurzen auf und ab fand´ man bzw. Frau (danke dir Frau in der Gruppe !) die rettende Stelle sehr unscheinbar neben einem Zaun. Jetzt aber zackig, bestimmt waren schon 5 Minuten dahin…Im Nachhinein eine irgendwie auch aberwitzige Situation, die aber manchem noch fluchend ins Ziel brachte wie man dann dort sah´ und hörte. – Don´t take it too serios!

Dann ging es wieder zickzack mal rechts, mal links – nein doch rechts… (danke dir Frau in der Gruppe zum Zweiten) runter. Wir passierten ein Kneipp-Becken, was in diesem Moment sehr verlockend aussah – man musste aber leider passen und sich diesmal wieder mehr auf die Strecke konzentrieren! Eng ging es dann auf einem sehr schmalen Pfad auf und ab. Es gab Stufen und Leitern, immer mal wieder auch ein paar Wanderer mit Hund, Kind und Kegel, welche netterweise immer Platz gemacht haben. Vielleicht wussten Sie nur noch nicht, dass noch knapp 200 Läufer folgen würden…;D.

Oben angekommen, fand man sich dann bei ca. KM 22-23 wieder an der bekannten Verpflegungsstelle wieder. Das „1R.“ war also Runde 1.
Es folgte eine kurze, wilkommene Pause, der ein ermunterndes „davorne geht es dann gleich bergab“ foigte. Später stellte es sich heraus, dass das in der Bilanz zwar stimmte, dennoch gab es dann noch einige Anstiege zu überwinden. Erst einmal gab es matschige Forstwege abwärts, man konnte aber sehr schön Gas geben. Prima! Dann, auf einmal stoppt mein Vordermann und deutet nach rechts in den Hang, „da ein Seil“ – irgendwie lag da auf einmal ein blaues Seil etwa 2-3 Meter höher neben uns im Hang. Ich hätte es defnitiv übersehen.

Dann entdeckten wir das „TRW“ Symbol und machten uns mit ein paar Sprüngen auf den Weg in den Hang. Hier gab´ es einen sehr schönen Trampelpfad, immer am Hang entlang. Oben angekommen sah´ man dann weiter unten leider Läufer am Seil vorbeilaufen, man konnte nur noch zurufen, dass sie falsch liefen. Fast wäre das auch wieggesagt uns passiert. Ich weiß allerdings nicht, ob sie es dann auch direkt gehört haben.

Zwei nette Herren bieten ganz oben nocheinmal Getränke an. Dann folgt der abschließende Downhill ins Tal. Hier kam auch ein wirklich sehr schöner Pfad zum Vorschein, mit viel Moos, Schieferbrocken, aber laufbar, so wie man sich eine römische Weinstraße eben irgendwie vorstellt. So kam es mir in dem Moment zumindest in den Sinn, vielleicht war es auch die Dehydradation. Gegen eine eisgekühlte Weinschorle hätte ich da dann auch nichts einzuwänden gehabt.

Ich wurde auch gleich wieder aus meinen Träumen gerissen, als sich die Hitze der Weinberghänge in meine Haut und mein Hirn brannten. „Ok, noch ein paar Kilometer, die gehen auch vorbei“. Taten sie dann auch, durch Weinberge ginge es auch wieder leicht bergab, nochmal schön durch ein Bächlein und dann Endspurt auf dem Asphalt in Richtung Ziel. Schade – schon vorbei.

Highfive den anderen gegeben, die schon da waren und direkt zu den wilkommenen kühlen Getränken gestürmt. Erstmal gaaanz langsam ankommen und locker dehnen mit auslaufen. Duschen, aah….

Es war sehr familiär muss ich sagen. Viele Luxemburger waren da, viele Altersgruppen und ein gemütlicher Start-Ziel-Bereich. Professionell fand´ ich die Zeitmessung und dass man seine Urkunde direkt ausdrucken lassen konnte. Die Weinköniginnen bei der Siegerehrung habe ich leider verpasst. Im nächsten Jahr gibt es bestimmt auch noch die Gelegenheit dazu. Tolle Holzmedaillien gab es z.B. für die Erstplatzierten der Altersgruppen. Von denen kann ich nun auch eine mein Eigen nennen. Danke allen Helfern und Organisatoren für den tollen Lauf! (auch an Mario + Denise für´s Mitnehmen).

#TRRM #Trailrunning #aimhigh #sindwirschonda #weinschorle #woi #leiwen #moselsteig #happymosel #schweich


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