ZUT – Zugspitz Ultra Trail – Grainau/GAP

Rückblick Zugspitz Ultratrail -Schee war’s: Der *** Zeltplatz Camping Resort Zugspitze war erstaunlich leer, hat es doch vorher jeden Abend ordentlich runter gemacht. Wie bei jedem Besuch dort Wohlfühlatmosphäre. Kurkarte für den Bus bekommen und eingecheckt. So haben sich neben den üblichen Vorsaisonbesuchern auch ein paar nette Läufer zusammen gefunden und schon auf dem Platz den Elementen getrotzt. Darunter nette Nachbarn u.a. aus den Niederlanden, aus Cambridge, aus Potsdam und aus Clausthal. Sie halfen beim Zeltaufbau, wir haben zusammen gegrillt und nachts die Ultraläufer mit Fernglas am Hang beobachtet. Fußball-EM war da mehr als Nebensache.

Freitags noch schnell registrieren und Pasta-Party mitnehmen, staunen im Festzelt über die Menschenmasse, mit heftigstem Regenschauer draußen, die EXPO Area stand mittlerweile schon unter Wasser.

Samstag dann früh raus, Kaffee kochen, nochmal Material und Wetterlage gecheckt, es folgt der Bustransfer nach Mittenwald zum Basetrail XL Start. Schönes Wetter, leicht wechselhaft, Schlangen vor den Toiletten, immer mehr Busse treffen ein, es sollen ca. 650 Personen dort starten. Leichte Kost, Materialcheck vom Veranstalter, Aufregung. Dann Aufreihung am Start nachdem man die Materialkontrolle hinter sich gebracht hat. Start um 10 Uhr, wow es geht los…

Die ersten Kilometer fließt es, Aufwärmprogramm, schon einmal weiter vorne platzieren, um später nicht im „Stau“ zu stehen. Es geht schonmal höher, vorbei an saftigen Wiesen, Seen (Lautersee, Ferchensee), man überholt Wanderer „es kommen noch ein paar hundert Läufer nach uns“. Dann schon die erste Verpflegungsstation nach ca.6k: Wurst, Käse ? – Ok, für die, die schon länger unterwegs sind ja, die freuen sich bestimmt. Es reichen ISO-Getränk und Banane, weiter geht’s. Bis zum nächsten VP sollten 15 k vergehen. Das Höhenprofil im Blick, kommt der Regen, im Wald ist es einigermaßen erträglich. Stöcke sind nötig…

Dann geht’s über die Eckbaueralm und am Eckbauer der erste Downhill, zick-zack, runter geht’s Richtung Partnachklamm, dann wieder rauf zur Partnachalm. Hier trifft man auf die ersten Basetrailer, die noch etwas frischer aussehen. Auswahl am Buffet: Gurke, Melone, Orange, Bars, Kuchen, Nutellabrote(!), Tee, Wasser, Isogetränk. Super willkommen! Nochmal durchatmen, bevor es durch dichten Wald im Zick-Zack hinauf geht zur Talstation Langenfelder, gefühlt vergehen Stunden am Aufstieg, oben hört man Jubel, aber in Sicht ist dieser noch lange nicht.

Es wird heller im dichten Wald: Menschenjubel, Plakate, Publikum und eine VP mit Tee. Wie gut ! – Hier muss man aufpassen: Ich habe schon öfter von Läufern gehört, dass sie an dieser Stelle statt hoch direkt runter liefen! einfach dem nächsten Läufer hinterher… Man muss wissen, eigentlich reicht ein Blick auf die Karte, dass man zwei Mal an dieser VP vorbeikommt. Einmal auf dem Weg nach oben Richtung Alpspitze, dann auf dem Rückweg, bevor es auf den 4 k Downhill geht. Man darf nicht immer blind dem Vorläufer folgen! – Aber jetzt wird es noch einmal knackig, es geht hoch um den Osterfelder. Es ist schon kühler, Zeit für Handschuhe. Es geht die die Skipiste hoch, Bergbahnen, Ziehwege, Schneefelder, es ist alles dabei. Wer hier schon einmal Skifahren war, kennt das Terrain in weiß. Wer auf dem Grat ging kennt das Gelände auch. Es tut sich eine Bergwand auf, Jubiläumsgrat. Dann: der höchste Punkt der Tour 2022m. Es fühlt sich einfach nur gut an zu wissen, dass es von nun an (fast) nur noch runter geht.

Also: Ab geht es, Pace wieder gut machen und bloß konzentrieren. Durch Drehgitter und auf Stufen hinab. Bei einem falschen Schritt besteht Verletzungsgefahr oder Absturzgefahr. Den Vordermann stets im Blick, den Hintermann im Nacken, geht es flott hinunter. Man folgt dem Wasser, stapft wieder durch Schneefelder, blickt durch die Wolken ins sonnige Tal. Es fällt leichter, außer in den Beinen – die Krampfschwelle scheint mit den Höhenmetern enorm gesunken zu sein. Dann passiert man erneut den letzten VP, diesmal auf dem Weg nach unten. Besagter 4 k Downhill, geil !!

Irgendwann kommen schlammige Auen, man läuft durch einen Kuhherde und ungläubige Kühe blicken auf viele Läufer, die Bergwacht chillt mitunter im Schatten der Tannen und gibt sich das Spektakel aus nächster Nähe. Ich glaube so mancher Städter hatte hier größere Augen gemacht als die Tiere selbst. Es wird matschig und glatt, bloß nicht ausrutschen. Dann lichtet sich der Wald, Asphalt, Straße, Zivilisation, Endspurt. Da ist er ja wieder, der Schweizer. Wir laufen gemeinsam ins Ziel. Die letzten 1-2 k ziehen sich dann doch enorm. Ziel im Blick, Publikum, geschafft. Glücklich! Alles richtig gemacht ?! Wahrscheinlich. Kommt man nicht mit Salzkruste oder leichenblass an, wird einem komischerweise immer nachgesagt, dass da doch noch mehr drinnen war. Mir reicht´s, so schön es auch war. Ich ziehe den Hut vor allen Finishern und vor allem vor denen, die noch die Nacht durch bis zum cut-off liefen.

Loading: Wasser, Kokoswasser, Kaiserschmarrn, Weizenbier. Guuuut. Erstmal alles sacken lassen, Uhr checken, runterkommen. Freude auf die Dusche! Es sollen noch viele Läufer, auch nachts bzw. morgens ins Ziel kommen. Die DNF (did not Finish)-Rate soll dieses Jahr sehr hoch gewesen sein, was schon zahlreiche Diskussionen angestoßen hat.
Fazit: gerne wieder. Die Strecke war gut markiert, das Publikum super, der Rahmen hat auch gestimmt. Super Orga und Vielen Dank an die Organisatoren von Plan B Events. Als nächstes geht es dort weiter mit dem Zugspitz Trailrun Challenge -Scott Rock The Top am 22.Juli. #TRRM #Trailrunning #Zugspitztrail #aimhigh


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