Taunus Ultratrail 2019 – 71 km Rundkurs – Kurzbericht

Am 12.01.2019 fand die nunmehr 4.Auflage des Taunus Ultratrail von Bert Kirchner statt. Ich hoffe er ist einverstanden es hier als TUT abzukürzen. Dabei geht es mehr um ein gemeinsames Lauf-„Abenteuer“ als einen strammen Durchlauf. Von ambitionierten Hasen bis zu walkenden Teilnehmern ist jeder dabei und willkommen, allerdings sind die Teilnehmerplätze auch begrenzt.

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gilt es hier (gemeinsam) die Landschaft des Taunus „einzusaugen“ und durchzulaufen. Zeitpunkt ist meist das zweite Wochenende im Januar. Ein Winterevent mit hoher Schneewahrscheinlichkeit und der Trend zu Temperaturen um den Gefrierpunkt, so dass durchaus auch mal die Erfahrung eines (richtigen) Winterultras spürbar ist, geht es doch auf der Strecke auch schon einmal über die 800m Grenze im hessischen Mittelgebirge. Wer seine Form und Material außerhalb der normalen Saison testen möchte, ist hier also genau richtig.

Dabei ist die Strecke seit der ersten Auflage in 2016 stets eine andere. Bert erkundet dabei gerne die Gegend um den Vordertaunus und nutzt seine Erfahrung für neue Strecken; es kann auch wie 2016 bis 2018 eine one-way Strecke werden, bei der die Teilnehmer mit dem Bus an den Start gefahren werden und zurück laufen.

Dieses Jahr sollte der Lauf wieder an einem Samstag stattfinden; ein paar Tage vorher hatte es noch ordentlich geschneit und gefroren, doch bereits in der Nacht von Samstag stiegen die Temperaturen auf 4-5°C an. Das sorgt für Tauwetter, auch in den Höhenlagen. So liefen wir auf teils matschiger, teils vereister aber hauptsächlich nasser und schneefreier Strecke.

Ausgang der Tour war die Jugendherberge Oberreifenberg auf der Nordseite des Großen Feldbergs. Man traf sich schon freitags zum gemeinsamen Pizzaessen im benachbarten Glashütten, morgens stand dann das gemeinsame Frühstück in der Jugendherberge an. Der Start sollte dann um 8:30 (71km/2150hm) bzw. 9:00 Uhr sein (50km/1800hm), dabei konnte morgens noch entschieden werden, die Lang- oder Kurzstrecke zu wählen. Die Bedingungen waren durch das Wetter nun etwas verschärft worden, daher verteilten sich die Teilnehmer entsprechend.

Eine rein GPS-geführte Strecke, zu großen Teilen auf ausgebauten Wanderwegen / z.B. Limes-Erlebnis-Pfad, Schinderhannes-Steig/ etc. sollte uns erwarten. Erst kurz nach Norden in Richtung Schmitten, dann hinab nach Oberursel Hohemark, nach Königstein, Richtung Eppstein, um dann wieder über Glashütten zum Start zurückzukehren. Mit 3 bzw. 2 VPs wurden wir von zahlreichen Helferinnen und Helfern (Danke!!) versorgt und verköstigt. So ein warmer Tee bei dem Wetter wirkt Wunder.

Das Wetter zeigte sich wie folgt: Nieselregen am Anfang, gegen Mittag auch mal hellere, trockene Abschnitte, später wieder Nieselregen. Temperatur war bei etwa 4-5°C, auf den Höhen und in den geraden Schneisen aufgrund Wind kälter! Nasse Füße waren dann auch irgendwann nicht zu vermeiden.

Langstrecke des TUT 2019 – Start/Ziel und VP1-3
Höhenprofil TUT 71k 2019

Link zu gpsies

Ausrüstung hier (wie immer-jedem das Seine):

  • Füße/Schuhe- untenrum: GTX-Schuhe oder wasserdichte Socken waren/wären eine gute Wahl gewesen
  • Hose: lang, evtl. Merino oder winddicht empfohlen – aber manch´ einer kennt auch kurz das ganze Jahr über 😉
  • Stöcke: Geschmacksache, da gut laufbare Abschnitte dazwischenlagen waren sie m.E. nicht zwingend nötig gewesen (frag mich in 15 Jahren noch einmal!) auf steileren Abschnitten, z.B. den letzten 5km (siehe Höhenprofil) können Stöcke noch einmal „Extra-Luft“ geben. Man muss abwägen, ob man sie dann so lange „mitschleppt“
  • Absolut essentiell: Handschuhe (winddicht), evtl. ein dünnes wärmendes Paar (trocken im Rucksack verpackt)
  • Mütze(n)/Buff(s): wer viel schwitzt sollte nach ein paar Stunden mal auf trocken wechseln (können) – es gibt auch ein Buff vom Veranstalter 😉 – wasserdicht im Zip-Beutel im Rucksack verpackt
  • obenrum: idealerweise wärmende Base- und Midlayer, darüber reicht i.d.R. eine Winddichte Jacke, sollte man länger pausieren oder schnell auskühlen noch eine wärmende Jacke dazu. – Bei wenig Niederschlag war keine Regenhose oder -jacke nötig. Darunter schwitzt man ja oft umsomehr und wird dann ggf. von innen nass… (ggf. also Wechselshirt(s) wasserdicht im Rucksack verpackt)
  • GPS-Gerät oder Uhr (Akku!) sind nicht verkehrt. Vielleicht auch noch eine klassische Land Karte in 1:25000 (Vordertaunus), da das Signal im Taunus auch durchaus mal zu wünschen übrig lässt.
  • Ziel ist zwar von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang zu laufen, aber eine Stirnlampe sollte man schon noch unterbringen
  • Was Verpflegung angeht, hat ja auch so jeder seine Vorlieben. An den VPs konnte er mit Cola, Wasser, Iso, Waldfruchttee sowie Gummi, Zimtschnecken, Chips, Salzstangen, Gurke und noch viel mehr rechnen.
  • Handy mit genügend Akku sowie Rettungsdecke verstehen sich von selbst, die Notfallnummern gab es auf der Startnummer, genauso wie die Lage der VPs in km, sowie die Entfernungsangaben zum Ziel

Racechronik:

Um kurz nach 8 Uhr gab es also das Rennbriefing für die Langstrecke, die Teilnehmerliste wurde noch einmal kontrolliert.

Dann folgte die Startaufstellung mit dem Hinweis, dass wir später auf der anderen Straßenseite, dem Ende der Skipiste(!) hier wieder ankommen würden. Bis dahin sollten noch ein paar Stunden vergehen.

Start um 8:35 Uhr/0h/0km.

Nach 300m dann schon der erste Verlaufer, manchmal ist es einfach besser den Massen hinterherzulaufen. Das kann auch taktisch sein.

Als Vorläufer sollte ich in der ersten Ortschaft bereits eine Extrarunde drehen, um mich dann anschließend in bester Gesellschaft (Grüße an Fabian und Sylvio) wieder bei meinen ehemaligen Verfolgern einzureihen. Ich musste erstmal erklären, dass ich eben noch vor Ihnen lief, und mich verfranzt hatte. Kurzes Gelächter, auch das gehört dazu, sollte uns allen aber noch öfter im Laufe des Tages passieren.

Von da an liefen wir nun erstmal zu dritt Richtung erste VP (10:15 Uhr/1:40h/16km).  Dann folgte an vierter Position Elmar, welcher mit uns später noch im Abstieg Richtung Hohemark ein Quartett bildete, dass bis kurz vor VP2 hielt. Ich (Jörn) musste die drei dann irgendwann ziehen lassen und das Tempo nach einem Stolpersturz erstmal drosseln, zogen sie mich doch vorher auch ein gutes Stück mit.

Hohemark also: Ausgangspunkt für Wanderer, Mountainbiker und Spaziergänger. Hier ist auch das Taunus-Informationszentrum, eine S-Bahn Haltestelle und der Ausgangspunkt für zahlreiche Salomon Trailrunning-Stations bei wärmeren Temperaturen oder auch des OCR-Trailruns, welcher jeden Sonntagmorgen stattfindet (auch bei Wind und Wetter, siehe FB-Präsenz OCR).

Dann ging es nun aufwärts über die weiße Mauer (beeindruckend; Wind!) zum Altkönig, dem dritthöchten Berg im Taunus.

Lage Altkönig

Ein paar mutige Mountainbiker wagten sich die Trails vom Altkönig herab, während wir „hinaufschlitterten“, war doch ordentlich Schneematsch zusammengekommen. Oben grüßten ein paar Wanderer und es ging weiter.

Es ging in Richtung VP 2 (12:40 Uhr/3:55h/36,8km), welche an einem Waldparkplatz bei Königstein lag.

Gleich darauf folgte eine Klettereinlage an Seilen hinauf auf den Romberg. Insgesamt wurden doch viele Erhebungen/“Gipfel“ angelaufen. Es folgte der Steinkopf, dann der Rossert hinter Eppenhain, wir streifen den Kippel und laufen nach Norden Richtung Heftrich.

Kurz vorher lag noch die letzte VP3 (14:30 Uhr/5:55h/53,1km), an dem nochmal „aufgetankt“ werden konnte. Weiter ging es.

Kurz hinter Heftrich musste noch der Dattenbach auf einem Baumstamm überquert werden. Spaßige Einlage das Ganze! – An den Ästen konnte man sich aber sicher festhalten, so daß ein Kontakt mit dem Kühlen Nass ausblieb.

Es folgt ein längerer Anstieg nach Glashütten, angelegt an Grenzzäune, mit viel Auf und Ab, dabe mit ein paar Holzbrücken; insgesamt ein schöner Abschnitt der Strecke. Von da folgten noch stolze 6 km mit ordentlich Höhenmetern. Die Sonne war nun bereits untergegangen.

Die Strecke führte nun Richtung Hochtaunusstraße, welche die Besucher des Feldbergs nutzen. Hier schlitterten die Autos über die nassglatte Fahrbahn. Auch wir Läufer querten die Straße um Richtung Feldbergschneise aufzusteigen. Dabei handelt es sich um eine Gerade welche sich mitten durch die Landschaft vom Rombach bis zum Kleinen Feldberg (825m) nach oben zieht. Hierbei kann man locker 500 Höhenmeter überwinden. Vor dem großen Feldberg (879m) biegen wir nochmal nach Norden ab um, dann später auf einer ehemaligen Skipiste in Richtung Jugendherberge zu schlittern. Geschafft! Und das gerade noch im Licht der Dämmerung.

Ziel: 17:11 Uhr/71,4km/8:36h – 2150hm

Bilder und Links zu Videos, sowie die Ergebnisliste finden sich auf der Homepage der Veranstaltung: Taunus-Ultratrail.

Vielen Dank für alles, es hat Spaß gemacht. Gruß an die Orga, die Helfer, die Weggefährten; Glückwünsche an die Sieger und alle Finisher des Tages!


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